Zukunftstag 2019

Das war der Zukunftstag 2019

Die Klimakrise betrifft uns alle, und dies hat die Beteiligung am diesjährigen Zukunftstag eindrücklich gezeigt. Nicht nur, dass der Zukunftstag mit rund 350 Zuschauer*innen der meistbesuchte Zukunftstag seit seiner ersten Durchführung im Jahr 2017 war, auch wurden mit 33 Ausstellungsbeiträgen im gesamten Burghof so viele Projekte und Initiativen zu einem Thema vorgestellt wie noch nie.

Quelle: ©Juri Junkov

Dabei präsentierten die 17 Projektinitiativen, die während des Zukunftsforums entstanden sind oder im Rahmen des Wettbewerbs um den Zukunftspreis dazu gekommen sind, Ihre Ansätze und Ideen dem vollen Saal in 30-Sekunden Pitches sehr professionell und mit Hingabe und standen in der anschließenden Ausstellung den Besucher*innen Rede und Antwort. Die Projekte präsentierten sich dabei gemeinsam mit weiteren Initiativen und Organisationen zum Thema „Lörrach kann Klima!“ auf zwei Etagen. Im persönlichen Gespräch mit den Vertreter*innen der Projekte konnte Näheres erfahren werden und der Funke zum Mitmachen überspringen.

Die Projektvorschläge zum Thema „Lörrach kann Klima“ reichten dabei von der bekannten Critical Mass-Initiative, die für den Langsamverkehr wirbt, Vorschlägen für einen Nah-Tourismus, Kursangeboten zum Thema Klimawandel in Schulen und der VHS Lörrach, „Zu gut für die Tonne“-Regalen im lokalen Einzelhandel, Recycling- und Upcycling-Projekten zur Abfallvermeidung bis hin zu grenzüberschreitend Bus- und Tramverbindungen. Weitere Projekte haben die Kommunikation über einen nachhaltigen Lebensstil zum Thema, einen Permagarten für Stetten oder die Utopie einer autofreien Stadt. Auch die Fridays, Parents und Grandparents for Future-Gruppen waren mit Ideen vertreten. Alle eingereichten Vorschläge können Sie hier einsehen.

An weiteren Ständen präsentierten sich Projekte aus den beiden Vorjahren; so z.B. Lörrach von morgen, ein Projekt der fairBRAUCHer-Gruppe aus 2018, die ihr beim vorjährigen Zukunftstag gegebenes Versprechen einhielt, an diesem Zukunftstag eine gedruckte Karte für Lörrach erstellt zu haben, ein Stadtplan für nachhaltiges Leben und sinnvolles Engagement: Druckfrisch feierten sie die Premiere. Auch aus 2017 präsentierten sich einige Projekte, so bspw. der WohnWandel-Stammtisch, der sich weiterhin regelmäßig trifft und an konkreten Projekten arbeitet.
Daneben stellen lokale und regionale Träger und Initiativen, die sich für den Klimaschutz einsetzen, Ihre Angebote vor oder warben für Mitwirkung. Darunter die Stadt Lörrach, die Energieagentur Südwest mit ihren verschiedenen Angeboten sowie die verschiedenen bürgerschaftlichen Initiativen in Lörrach.
Schließlich präsentierte sich im Obergeschoss der Klimafit-Kurs, der ab 12. Februar in der VHS-Lörrach laufen wird und sich am Zukunftstag den Interessierten schon mal vorgestellt hat.

Mit dem Impulsvortrag von Prof. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Instituts für Umwelt, Klima und Energie, wurde deutlich, dass nur eine Lösung in Sicht ist, wenn Hand in Hand mit allen Akteuren agiert wird. Prof. Uwe Schneidewind lud alle Gäste zum „humanitären Traum des 21. Jahrhunderts“ ein, dass wir jedem Menschen auf diesem Planeten eine Chance auf ein würdevolles Leben geben, denn das sei ökonomisch erstmals in der Menschheitsgeschichte möglich. Dabei führte er die Zuhörer*innen immer wieder in die Urenkel-Perspektive, die uns einem aufgeklärten Hoffnungsbegriff folgen ließe. Die Idee der nachhaltigen Entwicklung sei zu tiefst demokratisch, daher seien alle Bausteine wichtig: Experimentierräume schaffen, Bürgerallianzen bilden, Timingstrategien entwickeln und politischen Mut aufbringen. Die Transformation löst auch Verlustängste aus. Daher sei ein „Aufbruch des Gelingens“ wichtig, der auch ganz vielen anderen Mut machen kann.

Eine spannende Podiumsdiskussion erlebten die Besucher des Zukunftstages im Anschluss an die große Ausstellung der Projektvorschläge zu „Lörrach kann Klima“.

„Wir kämpfen gemeinsam für ein Ziel!“ Mit diesem Statement eröffnete Océane Delin von der Fridays-for-Future-Bewegung in Lörrach die Podiumsdiskussion. Weiter ging es um die Machtfrage, denn die Kombination aller Widerstände mache es aus, dass „die Demonstrationen auch in politisches Handeln umschlagen“, so Thilo Bode. Dabei dürfen wir uns „anmaßen ganz groß zu denken“, so Uwe Schneidewind. Plant for the Planet erfährt lokales Tun mit einem globalen Impact, berichtet Louis Motaal, und Schule streiken sei auch eine priviligierte Situation. Als Strategien wurde empfohlen, sich von der Energie, die eigenen Potentiale aus uns herauszuholen, treiben zu lassen, ohne sich vom Außen dämpfen zu lassen. Das macht die Bewegung der Willigen stärker und fördert Unternehmertum und politisches Einmischen.

Zum Ende der Veranstaltung wurde zum zweiten Mal der Zukunftspreis Lörrach+ vergeben. Ausführliche Details hierzu finden Sie hier.

 

Graphic Recording von Christina Röckl:  

Mehr Infos zu ihrer Arbeit finden Sie hier 

 

 

 

 

Das war unser Programm:

17:30    Einlass, Come-Together

18:00    Begrüßung durch die Kooperationpartner
.            Tim Göbel (Schöpflin Stiftung), Frank Leichsenring und Isabell Schäfer-Neudeck (beide fairNETZt)

18:15    Impulsvortrag Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie

18:35    Publikumsdiskussion

18:45    Pitch der Projektgruppen                  

19:00    Ausstellungsrundgang

    1. Projektpräsentationen aus dem Zukunftsforum 2019 und von Wettbewerbsteilnehmenden
    2. Projektpräsentationen aus den vergangenen Zukunftsforen 2017 und 2018
    3. Ausstellung von Umwelt- und Klima-Akteuren in Lörrach
    4. weitere lokale Organisationen und Initiativen zum Thema Klimaschutz
    5. Workshop zum Klimafit-Kurs ifpro

20:05    Podiumsdiskussion mit Dr. Thilo Bode (foodwatch), Louis Motaal (Plant-for-the-Planet),
.            Océane Delin (Fridays For Future), Oberbürgermeister Jörg Lutz und Prof. Dr. Uwe Schneidewind

20:50    Preisverleihung Zukunftspreis Lörrach+

21:15    Get-together und Ausklang

Herzlichen Dank an alle, die auch in diesem Jahr wieder am Zukunftstag dabei waren, sagt das Leitungsteam des Abends:

Quelle: ©Juri Junkov

v.l.n.r: Tim Göbel, Isabell Schäfer-Neudeck, Nathalie Carter, Frank Leichsenring (nicht auf dem Bild: Lukas Harlan)